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Shakespeare21

Shakespeare 21 - ein Rückblick

Die Konzertreihe

William Shakespeare ist im Jahr 2011 seit 395 Jahren tot. Von den heute gespielten und gelesenen Autoren sind nur die antiken griechischen noch älter. Shakespeares Werk - eine alte Leier also? Keinesfalls.

"Shakespeare21" 2012

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In der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins erscheint sein Name jährlich ganz oben: Mit rund dreißig Stücken in fast 150 Inszenierungen ist William Shakespeare meistgespielter Autor in unseren Theatern. Ob Sonett oder Drama: Diese fast 400 Jahre alten Texte haben bis heute nichts an Kraft und Wirkung verloren. Sie wurden mehrfach verfilmt und geben so auch Jugendlichen Zugang zu Romeo und Julia, zu Beatrice und Benedict oder Hamlet und Ophelia. Darüber hinaus wurden und werden Shakespeares Texte vertont. Sie inspirieren Künstler immer wieder zu neuen Schöpfungen. Insofern führt Shakespeare künstlerisch und musikalisch in das 21. Jahrhundert: Shakespeare 21. Keine alte Leier, sondern "Alte Leier - ganz neu", so betitelte die Hannoversche Allgemeine Zeitung die Beschäftigung mit Shakespeare-Vertonungen, die der Kammerchor Hannover sich in seiner Konzertreihe vorgenommen hat.

Den Popularitätsbonus Shakespeares nutzte der Kammerchor Hannover, um einem breiten Publikum den Weg zu Musikwerken von heute zu ebnen, insbesondere zu neuer, zeitgenössischer Chormusik. Shakespeares Worte und Werke sind zeitlos modern und universell, seine Themen hochaktuell. So vergab der Kammerchor Hannover an zwei sehr unterschiedliche Gegenwartskomponisten insgesamt drei Kompositionsaufträge, um Shakespeare unmittelbar durch die musikalische Sprache des 21. Jahrhundert zu reflektieren und aus heutiger Sicht wieder ganz neu zu interpretieren. Diese "Stücke demonstrieren nicht nur, wie einfühlsam der Kammerchor Hannover singt," schreibt die HAZ über die Uraufführungen, "sondern auch, dass die Kennzahl 21 nicht automatisch so schrill klingen muss wie bei ´Stuttgart 21`."

Breites Publikumsspektrum

Insgesamt sind rund 1000 Menschen an den fünf Aufführungsterminen von Shakespeare 21 zum Zuhören gekommen. "Offensichtlich waren sehr viele auswärtige Gäste unter dem zahlreichen Publikum," vermutete Äbtissin Susanne Jäger über das Konzert im Kloster Isenhagen. Ihre Verwunderung über die Besucherzahl und ihre Zusammensetzung teilten auch andere Vertreterinnen und Vertreter der Aufführungsorte. Hier ging das Konzept von Shakespeare 21 auf: Ein Türöffner war neben der Popularität Shakespeares eben auch die Aufführungssituation der Konzerte. Shakespeare 21 fand mit seinen so unterschiedlichen Kompositionen an historischen Orten statt, in Klöstern Niedersachsens, die schon zu Lebzeiten Shakespeares kulturell bedeutsame Zentren darstellten. Orte, die heute mitunter beliebte Ausflugsziele sind, aber immer auch Orte der Vergegenwärtigung vergangener Zeiten. Nicht nur Shakespeare befragt den Menschen in seiner Gegenwart nach sich selbst, auch die Orte, an denen er zur Aufführung gebracht wurde.Menschen, die die Aufführungsorte wahrnehmen, sind gerne in die Konzerte gekommen. Konzertgänger, die neuen Klängen gegenüber aufgeschlossen sind, kamen der Einladung an die historischen Orte nach. So folgte das gesamte Projekt der Vision, alt und neu zu verbinden und insbesondere zeitgenössische Chorkompositionen einem breiten Publikumsspektrum über den leichten Zugang des Bekannten nahe zu bringen.

Die Macht der Musik 

Ein besonderer Moment in Shakespeare 21 war die Aufführung verschiedener Kompositionen auf den gleichen Text. Das betraf vor allem "Orpheus with his Lute" aus Shakespeares Henry VIII., einem Intrigendrama, in dem sich im 3. Akt die Frage nach Trost stellt. Auf diesen Orpheus-Text war auch die Musik einer der Uraufführungen gesetzt worden. Somit konnte "Orpheus" vom Kammerchor Hannover in drei musikalischen Versionen präsentiert werden. Warum es ausgerechnet der von Shakespeare zitierte sagenhafte Orpheus ist, der Komponisten immer wieder zu einer Beschäftigung anregt, wurde beim Hören deutlich: Es ist die Macht der Musik, die nicht nur Verzweifelte tröstet, sondern sogar die Kraft hat, die Natur zu bezwingen, von der der Mensch sich sonst nur abhängig fühlen kann. Die Abhängigkeitsverhältnisse kehren sich durch den Gesang um, Kultur besiegt Natur, der Komponist darf sich in der Shakespeare´schen Lesart des Mythos als Schöpfer einer eigenen Welt sehen. Orpheus wird als erster Künstler verstanden. Er ist der Mann mit der Leier (bzw. Laute), dessen scheinbar alte Kunst immer wieder neu studiert wird.

Shakespeare 21 – ein Spannungsbogen über drei Jahrhunderte

"Wer unter dem Titel "Shakespeare 21" eine Kollektion anmutiger Renaissance-Klänge erwartet hatte, der wurde beim Gastspiel des Kammerchors aus Hannover in der Isenhagener Klosterkirche völlig überrascht", schrieb die Gifhorner Rundschau. Zwar wurde der Gang in die Vergangenheit der Aufführungsorte musikalisch verstärkt durch Shakespeare-Vertonungen von John Dowland. Diese Stücke sind zu Shakespeares Lebzeiten entstanden und von Altistin Anna Bineta Diouf und Lautenist Alon Sariel auf dem jeweiligen Kirchhof bzw. im jeweiligen Klostergarten vorgetragen worden. So willkommen geheißen wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Kirchenräumen anschließend jedoch musikalisch durch die Jahrhunderte getragen, eine Bewegung, die das Publikum an allen Aufführungsorten wach mitvollzog. Waren unter den rundweg zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern Jugendliche, konnte man im Nachhinein hören, dass die modernen Töne, und hier nicht nur die jazzigen, "cool" gefunden wurden. Geübte Konzertgänger hingegen äußerten die Freude, im Neuen die alten Klänge zu suchen und wieder zu finden. So hörte das Publikum Shakespeare-Vertonungen aus dem 20. und 21. Jahrhundert von Ralph Vaughan Williams, Frank Martin, Jaakko Mäntyjärvi, Sven-Eric Johanson, Lars-Johan Werle und Nils Lindberg. Die drei Kompositionsaufträge des Kammerchors gingen an den gebürtigen Italiener Fabio Nieder und den Schweden Sven Hagvil.

Shakespeare21 wurde gefördert von:

  • Niedersächsische Sparkassenstiftung
  • Sparkasse Hannover
  • Klosterkammer Hannover
  • Musik21
  • Region Hannover
  • Lüneburgischer Landschaftsverband aus Mitteln zur regionalen Kulturförderung
  • Das Werk „Fall asleep, or hearing dye“ von Fabio Nieder ist ein Auftragswerk des Kammerchors Hannover, unterstützt von Musik 21 Niedersachsen. 

Zum Herunterladen: die Pressemitteilung zur Reihe Shakespeare21.

Kommende Konzerte

23
Mär
St.-Marien-Kirche, Uelzen
-
Uelzen

24
Mär
Neustädter Hof- und Stadtkirche Hannover

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