Pressestimmen
Höchste Vokalkunst in Herrenhausen
"Absolute Stille für einen Moment! Chorleiter Stephan Doormann lässt den Kammerchor Hannover innehalten, nachdem die hauchfein gesungene Passage in Max Regers 'O Tod wie bitter bist du' verklungen ist. Ein grandioser Moment in einem sehr berührenden Werk, das der mit einem Echo-Award (2010) prämierte gemischte Chor hochpräzis mit großartiger Räumlichkeit und Transparenz vorträgt. Höchste Vokalkunst. Und die wird von 400 Zuschauern beim Eröffnungskonzert der Chortage Herrenhausen im prunkvollen Festsaal in der Galerie mit begeistertem Applaus gefeiert.(...)"
(Neue Presse, vom 30.04.2012)
Hannover ist ganz Chor - Eröffnungskonzert der Chortage Hannover
"(...)Und wie oft kann man schon ein Ensemble erleben, das nicht nur technisch nahezu perfekt, sondern die Musik auch so intensiv gestaltet, dass es die Zuhörer trotz Handyklingelns und der von Moderator Helmut Lange verordneten Applausordnung (erst am Ende des Auftritts klatschen) zu begeißtertem Beifall hinreißt? Dem Kammerchor Hannover gelang das in der Galerie Herrenhausen mit Leichtigkeit. Schon in der Psamlvertonung des frühbarocken Komponisten Johann Hermann Schein bewiesen die 24 Sänger unter Leitung von Stephan Doormann nicht nur viel Geschmack, sondern auch, dass sie auf der Höhe der aktuellen Alte-Musik-Aufführungspraxis sind. Durchsichtig, wunderbar phrasiert und mit Mut zu deutlichen Akzenten klang das Stück wohl so aufregend wie vor 400 Jahren. Gerade zu bedrückend eindringlich tönte dann Max Regers sehr viel jüngerer Satz "Oh Tod, wie bitter bist du", bevor der Kammerchor mit einem lichten Spiritual des Schweden Nils Linberg die Brücke in die Gegenwart schlug.(...)"
(Stefan Arndt, HAZ vom 28.04.2012)
Filmreif
"Die vom Kammerchor Hannover unter der Leitung von Stephan Doormann gestartete Reihe "FEIERABENDkultur Bach+" startete vorigen September in der hannoverschen Börse un dist jetzt vom Amtsgericht in die üstra-Zentrale gewandert. Diesmal wurde Bachs elfteilige Motette "Jesu meine Freude" aus theologisch gewichtigem Gedankengeflecht gelöst und in filmmusikalisch pointierte Appetithappen verwandelt. (...) Dem Kammerchor Hannover gelang es im akustisch extrem trockenen üstra-Foyer das Kunststück, Bachs Motette und auch eine Evangelienmotette von Alfred Koerppen präzis und textverständlich zu singen. Bachs Musik präsentierte sich hörbar als symmetrische Architektur - vielleicht die beste Empfehlung, die Appetithappen am Sonntag um 18 Uhr in Hannovers Neustädter Kirche erneut und dann konzertant angereichtert zu erleben."
(Ludolf Bauke, HAZ vom 19.2.2011)
Die Türöffner
"Klein, aber fein. Jung, aber routiniert. Und begeistert, aber professionell: Das ist der Kammerchor Hannover. Stephan Doormann hat den Chor 2007 gegründet; von zehn Sängern ist der Kammerchor inzwischen auf 24 gewachsen.
„Mehr sollen es auch nicht werden, weil wir mit jeweils sechs Sängern pro Stimme arbeiten wollen“, sagt Doormann. Der 33-Jährige hat zwei Jahre lang in Stockholm studiert und dort sein Diplom für Chorleitung erworben. Die Zeit in Schweden beeinflusse ihn auch in seiner Musikwahl, sagt er. Lieder aus dem skandinavischen und angelsächsischen Raum bilden einen Schwerpunkt des Kammerchores.
Das aktuelle Projekt dreht sich jedoch ganz um Johann Sebastian Bach. „Bach+“ heißt es und soll als Konzertreihe in öffentlichen Gebäuden angeboten werden. „Feierabendkultur“ nennt der Kammerchor seine 30-minütigen Auftritte in der hannoverschen Börse (15. September), im Amtsgericht (15. Dezember) und in der Üstra-Zentrale (16. Februar). Im Mittelpunkt der Konzerte stehen drei Motetten von Bach. Darüber hinaus will Doormann mit der Liedauswahl Verbindungen zu dem Barockkomponisten und bachsche Elemente in Werken anderer Musiker aufzeigen. „Wir wollen Bachs Musik für jeden zugänglich machen, die Hürde senken, indem wir alles unterhaltsam aufbereiten“, erklärt Johanna Schüler. Die studierte Schulmusikerin ist erste Vorsitzende des Kammerchores.
Im nächsten Jahr soll die Konzertserie weitergeführt werden und laut Doormann als „Türöffner für andere Chormusik“ dienen. Zudem wollen die 24 Sänger eine CD mit Shakespeare-Vertonungen aufnehmen, im Herbst 2011 folgt eine Konzerttour durch Schweden. Überhaupt hat der Chor, der zum großen Teil aus Musikstudenten und -absolventen besteht, einen durchaus professionellen Anspruch. „Wir haben ein hohes Probentempo. Da muss man sich auch zu Hause ein wenig Zeit nehmen, um sich die Stücke anzuschauen“, sagt Doormann. Den Ehrgeiz, auf hohem Niveau mit viel Begeisterung zu singen, teile der ganze Chor, erzählt Johanna Schüler. In diesem Jahr hat sich solche Disziplin für den Chor besonders gelohnt. Er wurde mit dem Klassik-Echo für die Einspielung zweier neu komponierter Kantaten geehrt."
(Johanna Günther, HAZ vom 14.09.2010)
Ausgefeilte Stimmqualität
„O still!“ lautete das Motto seines Weihnachtskonzerts mit populären und weniger bekannten Chorkompositionen aus Skandinavien, England, Frankreich und Deutschland. Die Barockmusik, sonst gern Schwerpunkt solcher Abende, stand hier eher am Rande.
Dafür konnten beispielsweise die vier weihnachtlichen Motetten von Francis Poulenc ihren besonderen Klangreiz breit entfalten. Gerade in diesen intonatorisch heiklen Kompositionen mit ihren diffizilen Harmoniewechseln zeigte sich die hohe Professionalität des Ensembles. Der Stimmklang ist sehr homogen, die Soprane können auch große Höhen ohne hörbare Mühe bewältigen, die Bandbreite der Dynamik reicht von machtvollem Forte bis zu zart-transparentem Pianissimo. Ein bewegender, sehr eindrucksvoller Abend.
(Michael Schäfer, Göttinger Tageblatt vom 23.12.2009)
Ein Seelenbeben
„Keine zwei Jahre ist es her, dass Stephan Doormann den Kammerchor Hannover gründete – und schon hat sich das 24-köpfige Vokalensemble an die Spitze der hiesigen Chorszene gesungen. Das Erfolgsrezept ist schnell ausgemacht: Zum einen besetzt der Kammerchor Hannover mit seinem Faible für das zeitgenössische skandinavische A-cappella-Repertoire eine hierzulande noch zu entdeckende Marktnische. Zum anderen verströmt Doormanns Sängerschar neben jugendlich-elastischer Stimmschönheit einen Enthusiasmus, der selbst in einer sangesfreudigen Stadt wie Hannover nicht ganz alltäglich ist….“
(Daniel Behrendt, HAZ vom 10.03.2009)

